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Afghanische Journalistin zu Gast im Beruflichen Gymnasium

Farida Nekzad ist eine Journalistin, welche sich trotz Morddrohungen und Anschlägen auf ihr Büro nicht davon abbringen lässt, über Korruption und mangelnde Rechtsstaatlichkeit in Afghanistan zu berichten. Ihre Berichte prangern die Taten der Taliban und Warlords ebenso an wie die Unterdrückung der Frauen und Mädchen in der afghanischen Gesellschaft. „Eine von 100 Ehen wird aus Liebe geschlossen - in der Stadt.“ Auf dem Land ist dies noch unwahrscheinlicher. Bereits 10-12jährige Mädchen werden zwangsverheiratet mit Männern, dessen Enkeltöchter diese Mädchen sein könnten. „Häufig sterben die Mädchen während der ersten Schwangerschaft bzw. Geburt, da ihr viel zu junger Körper dies nicht verkraftet“, berichtet Nekzad. Sie will weiter über das Unrecht, welches in Afghanistan geschieht, schreiben. Sie möchte vor allem für die Rechte von Mädchen und Frauen kämpfen, indem sie immer wieder von den Unterdrückungen und Peinigungen berichtet.

Farida Nekzad stellte sich in einer Veranstaltung am 26. Februar 2015 den Fragen der Schülerinnen und Schülern des 13. Jahrgangs unseres Beruflichen Gymnasiums. Initiiert wurde diese Veranstaltung von unserer ehemaligen Kollegin und Amnesty International - Mitglied Frau Käthe Birkenfeldt.

Zurzeit lebt Nekzad in Hamburg, was ihr mithilfe der „Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte“ ermöglicht wurde. Was sie bewegte nach Deutschland zu kommen, war ein Ereignis vor einigen Monaten: Im Bürokomplex, indem Nekzad arbeitet, ist ebenfalls der Kindergarten untergebracht, den ihre Tochter besucht. Nach einem Raketenangriff auf ihr Büro wurde ihr klar, dass sie nicht nur für die Mädchen und Frauen in Afghanistan kämpfen will, sondern auch Verantwortung für ihre Tochter zu tragen hat, die aufgrund des Anschlags sehr verängstigt war. Nach diesem Ereignis nahm Sie das Angebot von Frau Martina Bäurle von der Hamburger Stiftung dankend an, um ein Jahr sich und ihrer Tochter in Hamburg eine Atempause in Sicherheit zu ermöglichen. In wenigen Monaten wird sie aber nach Afghanistan zurückkehren, was sie nachdrücklich betont. Ihre Arbeit ist noch nicht getan.

Unsere Schüler, Mortaza Ameri und Charlotte Sauerbaum, waren so freundlich, die Worte von Nekzad, teils auf Dari, teils auf Englisch, zu übersetzen. Vielen Dank!