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Aus „Ich“ wird „Wir“ - Berufliche Schule Eutin begleitet Schülerinnen und Schüler bei ihrem schulischen und persönlichen Werdegang

 

Sie formen aus Schrott Skulpturen und lernen die Grundlagen des Thaiboxens. Um die Persönlichkeit ihrer Schülerinnen und Schüler zu stärken und das Miteinander in der Klassengemeinschaft zu verbessern, geht die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Eutin mit Unterstützung des Schulleiters Carsten Ingwertsen-Martensen außergewöhnliche Wege. Seit Beginn des zweiten Schulhalbjahres führen Sozialpädagoge Udo Kiel und Referendar Marcel Liste das Projekt „Ich-Du-Wir“ mit angehenden „Fachkräften für Pflegeassistenz“ durch.

 „Der Weg zum Erwachsenwerden geht für viele junge Menschen mit einer gewissen Orientierungslosigkeit einher, die Einfluss auf die persönliche und schulische Entwicklung haben kann. Hier möchten wir eine Hilfestellung anbieten. Die Verbesserung der Schulnoten ist dabei eher ein nachrangiges Ziel“, sagt Udo Kiel. Als eine der ersten Einheiten stand ein Kreativworkshop auf dem Programm. In drei zufällig ausgelosten Gruppen ging es für die Klasse darum, aus Schrott Skulpturen entstehen zu lassen. „Die Schülerinnen und Schüler sollten nach einer Einführung in das Flexen und Schweißen ihr kreatives Potential erkennen und als Team zusammen arbeiten“, erklärt der Sozialpädagoge.

Auch körperliche Ertüchtigung kann eine wichtige Rolle im Selbstfindungsprozess spielen – das weiß Marcel Liste, der das Projekt im Rahmen seines Referendariats mitentwickelt hat und in der Klasse Sport unterrichtet, aus eigener Erfahrung. Der 32-jährige entdeckte vor Kurzem das Thaiboxen für sich und lud seinen Trainer Andreas Wiechmann vom Lübecker Verein Combat Sports nach Eutin ein. Dieser vermittelte den jungen Menschen zwischen 17 und 25 Jahren einige Grundlagen seines Sports. „Beim Thaiboxen kann man durch sportliche und sozialpädagogische Anleitung Verantwortung und Kritikfähigkeit lernen und auch das Selbstwertgefühl stärken“, erklärt Andreas Wiechmann. Als eine der nächsten der insgesamt elf vorgesehenen Einheiten während der wöchentlichen Doppelstunde Sport ist ein Besuch im Fitnesscenter vorgesehen.

Ausgehend von einer Persönlichkeitsstärkung jedes Einzelnen solle mit dem Projekt die Interaktion in der Klasse verbessert werden. Erste gruppendynamische Prozesse sind für Marcel Liste schon erkennbar. Diese ließen sich auch an einem Evaluationsbogen mit Fragen zum Thema Persönlichkeit, Selbsteinschätzung und Klassenklima ablesen. „Einige der Schülerinnen und Schüler, die zunächst keine Lust auf das Projekt hatten, reißen nun andere mit“, sagt der Referendar.