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Berufliche Bildung im Fokus der Landespolitik

(Foto: Schulleiter Carsten Ingwertsen-Martensen erläutert den drei CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Rickers, Peter Sönnichsen und Tobias Koch (v. r.) sowie Carsten Behnk als Vertreter des Schulträgers die Bildungswege der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Eutin.)

Schulleiter Carsten Ingwertsen-Martensen und Stellvertretender Schulleiter Christoph Salewski begrüßten die drei Bildungspolitiker der CDU-Landtagsfraktion Tobias Koch, Heiner Rickers und Peter Sönnichsen. Nach einer Vorstellung der Schule ging es um die zurzeit brennenden Themen der Beruflichen Bildung im südlichen Kreisgebiet Ostholsteins.

Die Flüchtlingsthematik ist auch an der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein angekommen. Im Sommer hat die Schule eine erste DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache für berufsschulpflichtige Jugendliche mit nichtdeutscher Herkunft und nur sehr geringen Deutschkenntnissen) eingerichtet. Inzwischen gibt es drei Klassen und aufgrund der ständig steigenden Flüchtlingszahlen ist von einer weiteren Ausweitung auszugehen. Dies stellt die Schule vor räumliche und personelle Probleme, die die Schule mit höchst motivierten und kompetenten Lehrkräften sowie pragmatischen Organisationsformen löst. Die Schule selbst sieht die DaZ-Beschulung nicht als notwendige Pflicht, sondern als eine pädagogische Kernaufgabe an und schafft damit eine Willkommenskultur. „Wir zeigen hier eindeutig Flagge für die Arbeit mit Flüchtlingen und anderen Migranten“, so Carsten Ingwertsen-Martensen.

In der letzten Kreistagssitzung hat die Selbstverwaltung einem Forderungskatalog der Vertreterinnen und Vertreter der obersten Gremien im Kreis Ostholstein zur Aufrechterhaltung dualer Berufsausbildungsgänge im ländlichen Raum einstimmig zugestimmt. Christoph Salewski, Stellvertretender Schulleiter, zeigte anhand der Auszubildendenzahlen in einigen Berufen, wie schwierig die Situation in der schwach strukturierten Fläche Ostholsteins geworden ist. Der zukünftige Fachkräftebedarf der Wirtschaft im Kreis Ostholstein wird durch die duale Ausbildung gesichert. Der Rückgang der Anzahl der Ausbildungsbetriebe und damit der Ausbildungsplätze im Kreis Ostholstein stellt neben dem demografischen Wandel eine Gefährdung für die zukünftige Versorgung mit Fachkräften dar. Für die Beruflichen Schulen ist damit die Gefahr verbunden, dass bestimmte Ausbildungsberufe nicht mehr in Ostholstein, sondern in den kreisfreien Städten, beschult werden. Die Schule warnt vor dem Verlust von dualen Bildungsgängen im Kreis Ostholstein, der auch die Durchlässigkeit des Beruflichen Bildungswesens beeinflusst und dadurch auf allen Ebenen Bildungs- und Ausbildungschancen für die jungen Menschen auf dem Lande vernichtet.

Die Kreisverwaltung sieht es nicht als ihre Aufgabe an, Jugendberufsagenturen einzurichten. Sie geht davon aus, dass der sogenannte Expertenrat Berufliche Bildung Ostholstein als regionale Steuerungsgruppe im Übergang Schule und Beruf fungiert und alle damit verbundenen Aktivitäten koordiniert. Die beiden Beruflichen Schulen des Kreises Ostholstein in Eutin und in Oldenburg könnten sich dagegen vorstellen, innerhalb ihrer Schulen ein Beratungsangebot für alle Jugendlichen – und nicht nur für die, die von Jugend- und Schulsozialarbeit betreut werden – zu bündeln.

Neben den Landespolitikern haben auch Waltraud Grothkopp, Peer Knöfler, Jörg Troike und Harald Werner von der CDU-Kreistagsfraktion mit diskutiert. Der Schulträger war durch Carsten Behnk vertreten.

Um die Schule insgesamt zu repräsentieren, hatte die Schulleitung auch Volker Wiencke (Vertreter des örtlichen Personalrates), Christina Pölling als Gleichstellungsbeauftrage, die Schülervertreter Carlotta Tiedemann und Jöran Maaßen sowie den Elternvertreter Matthias Pittrof eingeladen.

Die drei CDU-Landtagsabgeordneten zeigten sich beeindruckt von dem hohen Engagement der Schule und nahmen viele Impulse mit ins Landeshaus zurück.