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Das Bildungsnetz ist geknüpft!

  

Manchmal knüpfen Schüler Netzwerke schneller als die Verwaltung erwartet. Am 28. November unterzeichneten die Schulleitungen der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Eutin, der Arnesboken- Schule Ahrensbök, der Elisabeth- Selbert Gemeinschaftsschule Bad Schwartau, der Malenter Schule an den Auewiesen sowie der Eutiner Wilhelm-Wisser-Schule eine Kooperationsvereinbarung. Die Anwesenheit der Schulaufsichtsbeamtin des Kieler Bildungsministeriums, Frau Anja Siegel, wurde als ministerielle Unterstützung für die Zielsetzung dieser Vereinbarung verstanden und mit großem Applaus gewürdigt. Auch die Vertreter der Gemeinden mit ihren Bürgermeistern oder Fachdienstleitungen folgten der Einladung. Bevor die Schulleitungen in der Beruflichen Schule Eutin die Zusammenarbeit mit ihrer Unterschrift besiegelten, stand die Geschicklichkeit der Schülervertretungen auf dem Prüfstand: Zwei zerknüllte Netze galt es auseinander zu friemeln und miteinander zu verknüpfen. Dieser symbolträchtige Akt gelang den Schülern ohne Mühe und in kürzester Zeit. Es sei angesichts der bisherigen Zusammenarbeit der Schulen aber kein Wunder, meinte Carsten Ingwertsen-Martensen, Schulleiter der Beruflichen Schule. „Bildung braucht Perspektive. Gemeinsam – regional – zukunftsorientiert“ ist das Motto für die „Vereinbarung der Zusammenarbeit“ zwischen den vier Gemeinschaftsschulen sowie der Beruflichen Schule. Mit ihr dokumentieren die Schulleitungen „ihre gemeinsame Bildungsverantwortung für die Schüler der südlichen Region des Kreises Ostholstein“, heißt es darin. Ziel ist es, möglichst vielen Bewerbern aus den Gemeinschaftsschulen einen höheren Abschluss an der Beruflichen Schule zu ermöglichen. Dazu sollen die Lehrkräfte der Schulen in gemeinsamen Konferenzen informiert und beraten werden, sich bei Lehrplänen und Lehrmitteln absprechen. Schüler sollen zu Bildungsgängen informiert werden, und ihnen soll mit sog. „Kennenlerntagen“ an der Beruflichen Schule der Übergang von der Gemeinschaftsschule erleichtert werden. Zudem sind Veranstaltungen mit Partnern aus Handel, Handwerk, Industrie und Verwaltung geplant sowie Kooperationstage in der Lehrerausbildung. Lehrer haben außerdem die Möglichkeit, gegenseitig an den Schulen zu hospitieren. Mindestens einmal im Jahr ist eine Auswertung geplant.

„Viele Eltern kommen zu uns und fragen: ,Wollen Sie nicht eine gymnasiale Oberstufe einführen?’ Ich sage dann: ,Die haben wir doch längst’“, erklärte Sven Ulmer, Schulleiter der Wilhelm-Wisser Schule, und verweist auf die Berufliche Schule Eutin.

Auf welch’ unterschiedlichen Wegen Schülerinnen und Schüler dort zur Fachhochschul- und zur allgemeinen Hochschulreife gelangen können, zeigte Ingwertsen-Martensen an fiktiven Beispielen: Nele geht nach dem Mittleren Schulabschluss (vormals Realschulabschluss) aufs Berufliche Gymnasium und macht ihr Abitur, Tim entscheidet sich für eine Ausbildung mit Berufsschulunterricht, geht danach ein Jahr auf die Fachoberschule und macht seine Fachhochschulreife und über die Berufsoberschule gegebenenfalls auch das Abitur. Und auch mit einem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (vormals Hauptschulabschluss) oder ohne Abschluss gibt es viele Möglichkeiten an der Beruflichen Schule.

 „Wir wollen für alle Schüler sorgen, niemand darf durchs soziale Netz fallen“, machte Dr. Thilo Philipp, Leiter der Schule an den Auewiesen, mit dem Hinweis auf die Symbolik eines Netzwerkes deutlich.

 Ein „großer und wichtiger Schritt“ (Ingwertsen-Martensen) dürfte mit der jetzt auch schriftlich fixierten und unterzeichneten gemeinsamen Zusammenarbeit getan sein. Der wird sich demnächst auch die Gemeinschaftsschule Pönitz anschließen.