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EU-Projekt REGIO-NET – Partner bekräftigen Willen zur Zusammenarbeit

Gruppenbild von der Vertragsunterzeichnung

Mit der nun von dänischer Seite getroffenen Entscheidung für den Tunnel als Feste Beltquerung ist die Entwicklung der Fehmarnbeltregion in eine entscheidende Phase getreten. In einer breiten Öffentlichkeit wird nun diskutiert, wie sich die Menschen auf dänischer und auf deutscher Seite näher kennenlernen können, wie sie gemeinsam die Zukunft in dieser Region zum Wohle aller gestalten können. Nötig ist dazu der Ausbau der „Mentalen Brücke“ zwischen Dänen und Deutschen, so die jetzt zu hörenden Wortmeldungen aus Wirtschaft und Politik. Letzte Empfehlung: Auf der deutschen Seite muss mehr Dänisch gelernt werden!

Damit bekommen die seit vielen Jahren stattfindenden Bemühungen um den Ausbau der dänisch-deutschen Kontakte eine neue Aktualität: die von der EU mit finanziellen Zuschüssen ausgestatteten INTERREG-Programme arbeiten seit vielen Jahren an diesem Ziel.

In dem nun laufenden Förderprogramm INTERREG IVA gehört dazu auch das Projekt REGIO-NET, das von der Beruflichen Schule Eutin aus federführend durchgeführt wird. Insgesamt sieben Partner bauen ein Netzwerk an Kontakten auf und nutzen dieses im Rahmen der Berufsausbildung für gemeinsame Lernabschnitte von Auszubildenden und Schülerinnen und Schülern.

Die Partner auf deutscher Seite sind:

  • Die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Eutin
  • Die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Oldenburg
  • Das Regionale Berufsbildungszentrum des Kreises Plön
  • Die Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck in der Hansestadt Lübeck
  • Der Fachverband Bau Ostholstein e.V.

Und auf dänischer Seite:

  • Die Schule CELF in Nyköbing Falster
  • Das Mittelalterzentrum in Nyköbing Falster

Die Grundidee dieses Projektes ist: Junge Menschen aus Dänemark und aus Deutschland lernen miteinander und voneinander. Dies geschieht hauptsächlich in gemeinsamen Arbeitswochen, einerseits in Dänemark, andererseits in Deutschland. Beispiele: Auszubildende des Elektrohandwerks beschäftigen sich mit intelligenten Installationen, Maurer arbeiten im Team an speziellen Aufgaben zu „Kunst am Bau“, Fleischer vergleichen ihre Arbeitsmethoden, in der Gastronomie werden gemischte Menuevorschläge entwickelt, Gymnasiasten beschäftigen sich mit Literatur beider Länder usw.

Im Projektantrag aus dem Jahre 2008 heißt es dazu:

„In der momentan stattfindenden entscheidenden Phase der Planungen rund um die Feste Beltquerung ist viel von einer "Mentalen Brücke" zwischen dänischer und deutscher Seite die Rede, die ausgebaut werden muss. Das Projekt REGIO-NET möchte im Rahmen der Berufsausbildung hierzu einen Beitrag leisten: Es soll von Lehrern und Ausbildern möglichst vieler Einrichtungen aus der beruflichen Bildung ein Netzwerk errichtet werden, das möglichst vielen jungen Menschen dieser Region Gelegenheit gibt, voneinander und miteinander zu lernen. Typisch dänische und typisch deutsche Vorgehensweisen und Methoden sollen ausgetauscht und miteinander kombiniert werden. Solche Bildungsabschnitte mit Komponenten des gemeinsamen internationalen Lernens tragen dazu bei, Berührungsängste abzubauen, das Fremde zu akzeptieren und gegenseitiges Vertrauen zu schaffen. Mit vielen gemeinsamen Lernerlebnissen werden Bausteine für ein Stück mehr europäische Identität in der Fehmarnbeltregion geschaffen.“

Das Projekt läuft über drei Jahre, vom 11.05.2009 bis zum 10.05.2012. Es hat ein Gesamtvolumen von knapp 1,5 Millionen Euro; der bewilligte INTERREG-Zuschuss beträgt gut 1,1 Millionen Euro.

Bisher kamen ca. 600 junge Menschen zusammen; darüber hinaus gab es zahlreiche kleinere Treffen, unter anderem für Lehrkräfte in Ausbildung. Für folgende Ausbildungsbereiche sind „Netzwerke“ eingerichtet:

  • Maurer
  • Zimmerer
  • Bootsbauer
  • Gastronomie
  • Hauswirtschaft
  • Pferdewirte
  • Elektriker
  • Fleischer
  • Kaufmännische Assistenten
  • Berufliches Gymnasium

Eine nicht zu unterschätzende Begleiterscheinung: Die nationalen Partner lernten sich auch untereinander besser kennen und optimieren ihre Zusammenarbeit.

Insgesamt lässt sich sagen: Aufbauend auf den langjährigen guten Kontakte zischen der dänischen Schule CELF und der Beruflichen Schule Eutin, zusammen mit dem Fachverband Bau Ostholstein e.V., ist es gut gelungen, die neuen Partner mit einzubeziehen und problemlos ein so großes Netzwerk aufzubauen. Mit Zuversicht gehen alle in die weitere Zusammenarbeit.

Diese gute Zusammenarbeit soll auch nach dem offiziellen Ende des Projektzeitraums von REGIO-NET fortgeführt werden.

Um diese Absicht zu bekräftigen, und um dieses Versprechen zu dokumentieren, haben die Partner dieses Treffen vereinbart, bei dem entsprechende Partnerschaftsurkunden ausgetauscht wurden. Und da die dänischen Partner aus Nyköbing Falster kommen, und da Eutin die Partnerstadt von Nyköbing ist, liegt es nahe, diese Zeremonie im Eutiner Rathaus stattfinden zu lassen. Und hier die Unterschreibenden:

  • Frau Dr. Annemarie Goos, Schulleiterin der Beruflichen Schule Oldenburg
  • Michael Bang, Schulleiter CELF
  • Martin Sönderskov, Mittelalterzentrum Nyköbing
  • Helmut Landsiedel, Schulleiter Berufliche Schule Eutin
  • Axel Böhm, Schulleiter Berufsbildungszentrum Plön
  • Bodo Kroll, Schulleiter Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck
  • Harald Plath, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ostholstein-Plön

Auch der Ostholsteiner Anzeiger berichtet.