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Wir sind Europaschule!

         

Seit dem 26. September 2013 sind wir Europaschule! Das Zertifikat erhielten wir aus den Händen unserer Schulaufsicht Jörn Krüger vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft in Kiel im Rahmen einer "Feierstunde", die wir zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Kreis und der Politik begingen. Einige unserer Schülerinnen und Schüler konnten an Workshops zu europäischen Themen teilnehmen und im Anschluss konnte der Sponsorenlauf, der unter dem Motto "Europa" von unserer SV organisiert wurde, doch noch bei trockenem Wetter stattfinden.

           

Warum haben wir uns auf den Weg gemacht?

Eine Gruppe von Lehrkräften hatte sich schon vor mehr als zwei Jahren zusammengetan und den Gedanken „Europaschule“ forciert. Dem tatkräftigen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen Caroline Busse, Annika Gradert , Helga Meier (Vorsitzende), Mareike Moll, Gerald Schlüter, Michael Stammeier und Henrike Zorn ist es zu verdanken, dass der Europaschulantrag auf den Weg gebracht wurde. Mit Unterstützung der Schulleitung wurde vor den Sommerferien der Antrag beim zuständigen Mitarbeiter im Ministerium, Herrn Ronald Westphal eingereicht und nach den Sommerferien stand es fest: alle Kriterien wurden erfüllt - wir werden Europaschule!

1. Integration europäischer Themen

Die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Eutin hat in ihrem Antrag auf Anerkennung als Europaschule sehr deutlich gemacht, in wie vielfältiger Weise das Thema "Europa" im Unterricht, aber auch in außerunterrichtlichen Projekten als fester Bestandteil verankert ist. Belegt ist dies durch ein Europa-Curriculum, das Themen mit europäischer und interkultureller Dimension für alle Schularten, Fachrichtungen und Fächer aufweist.

Da geht es dann beispielsweise im Unterricht der Automobilkaufleute um die Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) und die Bedeutung für Autohäuser in Ostholstein oder die Planung, Kalkulation, Klärung reiserechtlicher Fragen auf EU-Ebene von Reisen innerhalb Europas im Ausbildungsberuf Tourismuskaufmann/-frau für Privat- und Geschäftsreisen oder im Unterricht in der Berufsfachschule I - Technik um unterschiedliche Normen gemäß DIN/ISO/DIN EN. Das Fach Gemeinschaftskunde beschäftigt sich u. a. mit den zukünftigen EU-Verfassungen und der Problematik der degressiven Proportionalität des europäischen Wahlrechts und im Fach Betriebswirtschaftslehre setzen sich die Schülerinnen und Schüler dieser Schule im EU-Projekt Kult.kom mit Schülerinnen und Schülern der dänischen Partnerschule CELF über Fragen der Globalisierung auseinander.

2. Fremdsprachenlernen

Fremdsprachenangebote sind ein fester Bestandteil des Unterrichtsangebots.

Englisch bzw. berufsbezogenes Englisch finden hier in der Berufsschule sowie in allen Vollzeitklassen statt. Daneben wird Französisch und Spanisch unterrichtet

Im Rahmen des deutsch-dänischen INTERREG EU-Projekts Kult.kom (Kultur & Kommunikation) erhalten alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer die Gelegenheit, Dänisch- Kurse zu absolvieren.

Und wenn wir den Blick über den europäischen Tellerrand hinaus werfen, ist festzustellen, dass im Rahmen eines deutsch-chinesischen Partnerschaftsprojekts Lehrern wie Schülern die Möglichkeit geboten wird, Kenntnisse der chinesischen Sprache zu erwerben.

Und so überrascht es auch nicht, dass viele Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schule Eutin die Möglichkeit nutzen, ihre hier erworbene Sprachkompetenz durch den Erwerb international anerkannter Sprachdiplome (KMK- Fremdsprachenzertifikat, DELF, DELE) zertifizieren zu lassen.

3. Projektorientierte Schulpartnerschaften und Praktika

Seit Jahren verbindet die Berufliche Schule in Eutin eine intensive Schulpartnerschaft mit CELF in Nykøbing/Falster. Entstanden ist dies vor allem durch die vielen EU-Projekte, die seit langer Zeit schon Aushängeschild dieser Schule sind.

Begonnen hat alles 1997 mit einem Projekt zum Lehreraustausch. Parallel lief ein Projekt, in dem alte Gebäude, wie z. B. das der Tourist-Information in Eutin, mit deutschen und dänischen Schülerinnen und Schülern restauriert wurden. Es folgte ein Projekt zur Qualifizierung in interkultureller Kompetenz, an das sich ein Projekt zur energetischen Sanierung von Gebäuden anschloss. Von 2009 bis 2012 lief das außerordentlich erfolgreiche Projekt Regio-Net, in dem ein Netzwerk mit 7 Berufsbildenden Schulen in der Fehmarnbelt-Region etabliert wurde.

Seit letztem Jahr läuft das Projekt Kult.kom, das sich vor allem den sprachlichen Austausch zwischen Deutschland und Dänemark auf die Fahnen geschrieben hat. Initiiert durch dieses Projekt erhielt die Berufliche Schule Eutin Besuch von Mitgliedern des dänischen Bildungsausschusses.

Zurzeit besuchen acht französische Schülerinnen und Schüler mit ihrem Lehrer Herrn Weißbäcker im Rahmen eines Schüleraustausches mit dem Lycée St.Marc Nivolas-Vermelle unsere Schule. Für diesen regelmäßig stattfindenden deutsch-französischen Austausch engagiert sich unsere  Vorsitzende der Europaschulgruppe Helga Meier.

 Was heißt das nun für unsere Arbeit als künftige Europaschule?

Die berufliche Bildung hat in Eutin eine lange Tradition. Die erste „Gewerbe- und Fortbildungsschule“ wurde im Jahre 1872  gegründet. Die Anzahl von einst 50 Schülern ist auf aktuell ca.  3.000 Schülerinnen und Schüler gestiegen. Obwohl der  Grundgedanke der beruflichen Bildung über die vergangenen  141 Jahre annähernd gleich geblieben ist, haben sich die  Rahmenbedingungen stark verändert.

So wird einerseits eine hohe Fachkenntnis und Spezialisierung  und andererseits Flexibilität und Mobilität verlangt. In Zeiten offener Grenzen und geteilter Arbeitsmärkte muss bei jungen  Menschen das Bewusstsein geweckt werden, dass es für ihre  berufliche aber auch persönliche Entwicklung unerlässlich ist,  sich auf diese veränderte Lebens- und Arbeitswelt  einzustellen.

Die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Eutin fordert  und fördert seit vielen Jahren eine positive und weltoffene  Grundhaltung. Dieses geschieht beispielsweise durch die  Vergabe von Fremdsprachenzertifikaten, um die Sprachbarriere zu minimieren, oder durch Austausche mit Schulen außerhalb Deutschlands, um das Interesse an anderen Kulturen zu wecken. Letztendlich werden sich dadurch die Berufschancen für die Schülerinnen und Schüler  auf dem sich immer weiter öffnenden europäischen Arbeitsmarkt verbessern.

Neben den schulischen Aktivitäten besteht eine vertrauensvolle  und enge Zusammenarbeit mit ansässigen Unternehmen. Sie  agieren bereits auf europäischen Märkten und haben uns in  unserem Vorhaben, Europaschule zu werden, unterstützt.

Wir sind seit über 15 Jahren schon in Europaprojekten aktiv. Fritz Reuter als Mann der ersten Stunde der EU-Projekte hat hier wichtige Impulse für unsere Schule gesetzt. Unter anderem sind wir Leadpartner in den Projekten. Das bringt uns auf der einen Seite eine Menge Arbeit - auf der anderen Seite haben wir dadurch auch ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit.

Inzwischen sind wir in ein weiteres EU-Projekt - neben den rein unterrichtlichen Projekten - gestartet. Mit unserer Partnerschule CELF werden wir als Vertreter Deutschlands sowie mit Vertretern aus Finnland, Lettland und Litauen daran arbeiten, die Handels- und Wirtschaftserziehung im baltischen Raum zu analysieren

Und Austausche sowie gegenseitige Praktika sind fast schon an der Tagesordnung. Unter anderem waren wir auch an dem Projekt der Handwerkskammer Lübeck und der IHK zu Lübeck mit CELF "Zwei Länder - eine Ausbildung" beteiligt.

Was haben wir eigentlich davon, Europaschule zu werden?

Zunächst einmal geht es um die Selbstverpflichtung, das für unsere Region so wichtige Thema Europa mit Leben zu füllen.

Daneben erhöhen wir die Attraktivität unserer Schule im Wettbewerb mit anderen Schulen - insbesondere vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung.

Nicht von der Hand zu weisen ist auch die finanzielle Unterstützung durch das Land.

Wir freuen uns auf einen intensiven Austausch mit anderen Europaschulen. Dies eröffnet Chancen für Jugendliche (z. B. die Teilnahme an einem Austausch bzw. an einem Praktikum im europäischen Ausland) und für Lehrkräfte. Und es bietet sich an, mit dem Weber- Gymnasium hier in Eutin, das auch Europaschule ist, gemeinsame Europaaktivitäten zu entwickeln.