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Besuch einer Delegation aus dem Kosovo an der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Eutin

Die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Eutin ist als sehr aktive Europaschule immer wieder das Ziel von Delegationen aus dem In- und Ausland, die sich Vorort über das System der beruflichen Bildung in Schleswig-Holstein - speziell in der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Eutin (BS Eutin) informieren - wollen. Nach Delegationen aus Finnland, Dänemark, China und anderen Ländern besuchte eine Delegation aus dem Kosovo die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Eutin am Mittwoch, 22.03.2017.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Besuchergruppe waren hauptsächlich Beamte des Kosovarischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Technologie, des Innenministeriums sowie Vertreterinnen und Vertreter von lokalen Schulämtern und NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen wie „Terres des Hommes“ und „Kosovo Foundation for Open Society“.

Thematisch drehte sich der Besuch rund um das Thema Beschulung von Migranten und Flüchtlingskindern und die Integration in das formale Bildungssystem. Die Studienreise fand im Rahmen des Vorhabens „Capacity Development in the Basic Education Sector in Kosovo (CDBE)“ statt. Im Auftrag der Bundesregierung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) das Kosovarische Bildungsministerium in der Bildungsreform.

Die Gruppe zeigte sich bei Besuch der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Eutin sehr interessiert an der dualen Berufsausbulkdung und der Möglichkeit, im Berufsbildenden System weitere schulische Abschlüsse zu erwerben. Beeindruckt waren die Kosovaren von der Vielfalt der Möglichkeiten, die sich den jungen Menschen in Deutschland bietet, zu unterschiedlichsten Zeitpunkten ihrer eigenen Vita den Bildungsweg fortzusetzen und weitere Abschlüsse zu erwerben.

Berufliche Bildung ist nicht der „zweite Bildungsweg“, sondern ein der allgemeinen Bildung absolut gleichwertiger Bildungsweg. Der Weg über die Berufliche Bildung ist ein ganz normaler Weg, für den man sich bewusst entscheidet. Dort macht man keine Abschlüsse nach – im Sinne eines Reparaturbetriebes für die allgemeine Bildung – sondern man erwirbt der allgemeinen Bildung gleichwertige Abschlüsse. Diese sind dabei nicht gleichartig zur allgemeinen Bildung, sondern sie haben das Alleinstellungsmerkmal der beruflichen Ausrichtung.

„Es sollte nicht immer nur ein Nacheinander von Abschlüssen geben, sondern ein Nebeneinander. Im Bereich der Beruflichen Bildung ist das gelebte Praxis.“, sagte Schulleiter Carsten Ingwertsen-Martensen.

Im Kosovo sind einige Berufsbildungszentren bereits aufgebaut worden. „Jetzt geht es darum, diese Zentren weiter zu entwickeln und mit der Allgemeinbildung im Kosovo stärker zu verzahnen“, stellte Alush Istogu, Staatssekretär des kosovarischen Bildungsministeriums, fest.

Beim Rundgang durch die modern ausgestatteten Werkstäten der Schule konnten sich die Delegationsteilnehmer einen guten Eindruck von der Arbeit in der dualen Berufsausbildung verschaffen.

Ein zweiter Schwerpunkt des Besuchs an der BS Eutin war die Beschulung von Migrantinnen und Migranten. Bei den etwa hundert Schülerinnen und Schülern, die derzeit in sechs Klassen beschult werden, ist eine große Zahl von Flüchtlingen, die zum Teil eine sehr unsichere Bleibeperspektive haben.

Die Delegation ließ sich von Corinna Coplin aus dem DaZ-Leitungsteam, Mohammad Bahaa Aldeen Almohammad, Dolmetscher und DaZ- Unterstützungslehrkraft, und der DaZ-Lehrkraft Kamila Köhnke-Sondowska über die Herausforderungen des DaZ- Unterrichts an der BS Eutin informieren. In einer DaZ-Klasse konnten sich die Delegationsteilnehmer die konkrete Umsetzung des Unterrichts anschauen und mit den jungen Flüchtlingen ins Gespräch kommen.

Ein Ergebnis des Besuchs der Delegation aus dem Kosovo an der BS Eutin könnte sein, dass sich mittelfristig eine Zusammenarbeit ergeben könnte, die für beide Seiten von Nutzen sein könnte.