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Kult.kom und andere Projekte – auf gute deutsch-dänische Nachbarschaft!

Viele Jahre Projektarbeit an der Beruflichen Schule Eutin

Europa muss von den jungen Menschen gestaltet werden! Sie sind die Akteure von heute und morgen, die die europäische Zusammenarbeit weiter entwickeln. Mit diesem Ansatz wurden an der Beruflichen Schule Eutin bereits mehrere EU-Projekte durchgeführt. Seit nunmehr 17 Jahren kommen deutsche und dänische Auszubildende und Schülerinnen und Schüler nicht nur zu gemeinsamen Lernabschnitten zusammen. Man lernte sich insgesamt auch näher kennen und entwickelte ein Stück gegenseitiges Verständnis und gute Nachbarschaft in der Fehmarnbeltregion.

Es begann mit den Handwerkern. In Zusammenarbeit der Eutiner Schule mit der Bauinnung Ostholstein und mit der dänischen Schule CELF in Nykøbing/Falster bauten dänische und deutsche Auszubildende des Maurer- und des Zimmererhandwerks im Team an verschiedenen Gebäuden in Eutin, Nykøbing und Neustadt/Holstein. In Eutin war es das Gebäude Markt 19 neben dem Rathaus; eine ehemalige Ruine wurde nach Vorgaben des Denkmalschutzes wieder hergestellt. Hier ist heute das Eutiner Tourismusbüro untergebracht. Der damalige Europaabgeordnete Willi Pieczyk besuchte die Baustelle und war begeistert von diesem Projekt namens »EURO-TEAM«.

 In Nykøbing wurde ein altes Fachwerkhaus renoviert, in dem heute ein Museum untergebracht ist.

 

 

 

In Neustadt bekam das Umwelthaus einen neuen Eingangsbereich als energiesparende Maßnahme.

Unter der Projektleitung der Beruflichen Schule Eutin wurde schließlich das Projekt REGIO-NET durchgeführt mit insgesamt sieben Partnereinrichtungen. Neben der Eutiner Schule waren dies die Berufliche Schule in Oldenburg, das Berufsbildungszentrum Plön, die Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck, der Fachverband Bau Ostholstein, das Mittelalterzentrum in Nykøbing und die dänische Schule CELF in Nykøbing. Bei diesem Projekt wurde das deutsch-dänische Netzwerk in der Fehmarnbeltregion weiter ausgebaut. Im Eutiner Rathaus wurde diese Zusammenarbeit mit dem Austausch von Partnerschaftsurkunden besiegelt.

Die EU unterstützt diese Aktivitäten mit finanziellen Mitteln aus dem INTERREG-Programm. Dies geschieht auch im Rahmen der Beschlüsse zur Festen Fehmarnbeltquerung. Erklärte Absicht war immer, dass in diesem Zusammenhang der Ausbau der »mentalen Brücke« über den Fehmarnbelt erfolgen muss; dass Deutsche und Dänen miteinander und voneinander lernen und mit dem Ausbau der privaten und wirtschaftlichen Beziehungen eine gute europäische Nachbarschaft entwickeln.

Seit dem 1. August 2012 führt die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Eutin als sog. »Leadpartner« gemeinsam mit 5 weiteren deutschen und dänischen Schulen das Interreg IV- A-Projekt Kult.kom (Kultur & Kommunikation) durch.

Ziel des dreijährigen Projektes ist die Förderung der Nachbarsprachen Dänisch und Deutsch an allgemein- und berufsbildenden Schulen sowie die Wissensvermittlung von grenzüberschreitenden Zusammenhängen in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Politik und Geschichte (»Ostseekunde«).

Ein wichtiger Baustein der nachbarsprachlichen Förderung ist die Entwicklung von bilingualem Kindergarten-Material, welches von den angehenden Erzieherinnen und Erziehern der Fachschulen in Lensahn und Plön erstellt und durch die Schüler selbst als »Sprachbotschafter« in deutschen und dänischen Kindertagesstätten eingeführt werden.

Zu den weiteren Aktivitäten gehört die Gestaltung und Pflege einer sog. Online-Schülerzeitung sowie die Durchführung von deutsch-dänischen Schulkonferenzen, welche einmal jährlich in Form eines Workshop-Events stattfindet. Zu einem ersten Event dieser Art kamen über 200 deutsche und dänische Schülerinnen und Schüler im November 2013 in Nykøbing zusammen. Das Workshop-Angebot reichte von Musik über Tanz und Parkour-Klettern bis hin zu philosophischen Betrachtungen. Ein schönes, nachhaltiges Erlebnis für alle Teilnehmer. Das nächste Treffen dieser Art wird am 14. November 2014 an der Inselschule in Burg auf Fehmarn stattfinden.

Ein Trommel-Workshop für einen gemeinsamen Rhythmus.

 

 

 

Im Parkour-Workshop werden Hindernisse möglichst geschickt überwunden.

 

 

 

Mit Begeisterung folgen die Tänzer der Choreographie.

Als vor einigen Jahren Handwerker in Dänemark sehr knapp waren, haben viele deutsche Maurer, Maler, Zimmerer und andere Berufe in Dänemark Arbeit gefunden. Damals war es für sie nicht einfach, in Deutschland eine Anstellung zu bekommen. Ähnliche Konstellationen wird es in gegenseitigem Wechsel immer geben; momentan gibt es einen Mangel an Praktikumsplätzen in Dänemark und viele nicht besetzte Ausbildungsplätze auf deutscher Seite. Wenn Dänen und Deutsche sich auch hierbei gegenseitig aushelfen und davon profitieren können, ist auch das ein Stück gute Nachbarschaft!

Und: es gibt ein sehr schönes Bild aus einer Projektarbeit zum Thema »Kunst am Bau« mit Mauerwerk. Ein dänischer und ein deutscher Auszubildender des Maurerhandwerks hatten die Aufgabe, hierzu ein Schmuckstück zu entwerfen und zu bauen. Und so sah ein Ergebnis aus. Mit Recht duften sie schon damals sagen: »Wir bauen Europa«.

Nathalie Ard und Fritz Reuter
Projektleitung Kult.kom – Kultur & Kommunikation

Bereiche: Europaschule, Europa-Projekte