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Milchwirtschaftliche Auszubildende entdecken MeckPom

In diesem Jahr ging unsere Abschlussfahrt vom 24.–25.9.2014 in das uns milchwirtschaftlich recht unbekannte Mecklenburg. Zu eher unüblichen Meieristen-Zeiten morgens um 8.00 Uhr fanden sich alle Auszubildenden – Laborant_innen wie Milchtechnolog_innen – pünktlich am Bus ein. Ein durchaus erwähnenswerter Umstand, da viele mehr oder weniger direkt von einer nicht abwendbaren Nachtschicht kamen, die zu körperlicher und mentaler Erschöpfung geführt hatte. Die Begrüßung durch die Lehrkräfte Marco Schlierbach und Marianne Stoltenberg fiel zu allem Überfluss auch noch deutlich frostiger aus als es normalerweise der Fall ist. Bis zum Ankommen in Wismar in der Ostseemolkerei war die Regenerations-Phase so weit vorangeschritten, dass alle Teilnehmer sich über die herzliche Begrüßung durch Frau Dittmer und den Werksleiter Herrn Schreil sowie über die leckeren Brötchen und Erfrischungsgetränke freuen konnten. Hygienisch ordnungsgemäß in Ganzkörperanzüge verpackt waren wir anschließend bereit in 4 Gruppen durch die Produktionsräume der Käserei geführt zu werden. Die vielen Fragen wurden dabei kompetent und gut verständlich beantwortet, so dass mit dem Einblick in die Produktion das eigene Wissen aus Betrieb und Schule in vielerlei Hinsicht ergänzt und erweitert werden konnte.

 Aus Schülersicht fiel die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Betrieb auf, einem Familienunternehmen mit flacher Hierarchie.

 Damit nicht genug, denn anschließend hatten wir die Gelegenheit, einen Erzeugerbetrieb, der seine Milch zur Fa. Rücker liefert, zu besichtigen. Der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Griepentrog in Steinhagen, als KG geführt, ist durch seine Betriebsgröße mit ca. 1600 Kühen, die dreimal täglich im Melkkarussell gemolken werden, besonders interessant. Im Herdenschnitt geben die Kühe über 12000 kg Milch pro Jahr und Kuh. Zur über Jahrzehnte gewachsenen Betriebsstruktur gehören auch eine entsprechende Anzahl von Kälbern und die eigene Nachzucht. 

Als LPG-Leiter hatte Herr Griepentrog Senior nach der Wende in den 90er Jahren die Gelegenheit und den unternehmerischen Mut den Betrieb in eigener Regie weiterzuführen. Inzwischen sind beide Söhne mit speziellen Aufgabenbereichen in Führungspositionen (Tier- und Pflanzenmanagement) in das Unternehmen integriert. Die Zusammenarbeit mit einem motivierten, nicht zu knapp bemessenen Mitarbeiterstab und ein entsprechendes Engagement im Ausbildungsbereich schlägt sich nicht zuletzt in den Erfolgsdaten des Betriebsspiegels nieder. Während des Betriebsrundgangs wurde uns jeder Bereich zugänglich gemacht, selbst im Melkkarussell durften wir eine Runde drehen.

Angefüllt mit all diesen Eindrücken und jeder Menge Informationen kamen wir in der Jugendherberge in Wismar an. Der Abend stand zur freien Verfügung. Jeder ging seiner Wege – viele davon waren nur kurz (bis zum nächsten Imbiss) … vermutlich die Folgeerscheinungen der vergangenen Nachtschicht.

 So machte sich am nächsten Morgen eine ausgeruhte Schülerschar auf den Weg zur Arla Hansamilch in Upahl. Trotz aktuell umfangreicher Umbaumaßnahmen war man hier bereit uns zu empfangen. Lediglich die übliche Unternehmenspräsentation fiel leider dem Umbau zum Opfer.

 Zu Beginn wurden wir vom Ausbildungsleiter Herrn Berka im Foyer freundlich begrüßt, um anschließend in 2 Gruppen durch die Produktionsräume geführt zu werden – diesmal ausgestattet mit feuerroter Besuchermontur: Auffallen garantiert. Im Werk bestimmen Milchseparatoren, Bactofugen und verschiedenste Erhitzer- und Abfüllanlagen das Bild – geschuldet den vielen verschiedenen Produkten in den Bereichen Konsummilch, Frischkäse und Butter. Milchsorten von traditionell über ESL bis UHT sowie verschiedene Speisequarksorten in allen erdenklichen Verpackungsarten konnten begutachtet werden. Auch den Eindampfer konnten wir in Augenschein nehmen, lediglich die Sprühtrocknung blieb aus hygienischen Gründen für uns tabu. Die Laboranten waren sehr interessiert an und beeindruckt von der Ausstattung des Labors. Im Anschluss konnten wir uns in der betriebseigenen Kantine bei einem leckeren Mittagessen stärken, zu dem wir netterweise eingeladen wurden.

 Zur Abrundung des Tages ging es mit frischen Kräften noch einmal nach Wismar zum Besuch des PhanTechnikums, einem Mitmachmuseum, das sich mit den 4 Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde auseinandersetzt. Modelle, Sinnsprüche, geschichtliche und naturwissenschaftliche Informationen etc. regen zum Mitmachen und Nachdenken an.

 Den Schülern stand es frei die vielfältigen Möglichkeiten entsprechend ihren Interessen zu nutzen. Danach war es an der Zeit den Heimweg anzutreten. Zwei informative und unterhaltsame Tage fanden ein Ende.

 Hiermit bedanken wir uns noch einmal herzlich bei allen Unternehmen für die Bereitschaft uns zu empfangen und kostbare Zeit zu opfern. Nach Aussagen der Mitarbeiter eine sehr gut genutzte Zeit, wenn es gelingt Auszubildende für die Betriebe zu begeistern und so möglicherweise künftiges Fachpersonal anzuwerben.

Bereiche: Milchwirtschaftliche/-r Laborant/-in, Milchtechnologe/-in, Berufsschule, Gewerbliche Berufe, Bad Malente