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„Stolpern“, um zu erinnern

Aber was sind eigentlich diese Stolpersteine, von denen viele von Ihnen eventuell schon einmal etwas gehört haben? Stolpersteine sind kleine Gedenktafeln und gehören zu einem Projekt, welches der Künstler und ,,Erfinder“, Gunter Demnig, erstmals 1992 ins Leben rief. Ziel dieses Projektes ist es, an Menschen zu erinnern, welche zur Zeit des Nationalsozialismus ermordet, verfolgt oder deportiert wurden. Diese Steine bestehen aus Beton, auf denen eine quadratische Messingtafel liegt, welche mit von Hand eingeschlagenen Daten der Opfer beschriftet ist. Gelegt werden die Stolpersteine meist direkt vor dem letzten bekannten Haus, in dem die betroffenen Menschen gelebt haben. Gunter Demnig selbst lässt die Steine direkt in den Gehweg vor dem Haus des Opfers ein. So konnte er mit seinem Team im Herbst 2018 den 70.000. Stolperstein zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus verlegen.

„Stolpersteine, das sind doch diese Dinger, die vor manchen Haustüren liegen!“

Das war das Vorwissen, mit dem wir, die Schülerinnen und Schüler der Klassen GTE/GTM18 der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Eutin, unter der Leitung von unserem Gemeinschaftskundelehrer Herrn Schröder, in unser Gemeinschaftskundeprojekt gestartet sind. Das Ziel dieses Projektes war es, mehr über den Nationalsozialismus zu erfahren und auch andere Menschen, besonders Menschen in unserem Alter, dazu aufzurufen, sich zu erinnern. Unsere Aufgabe bestand in den folgenden Wochen darin, eine Bildergalerie zum Thema Stolpersteine zu erstellen, welche dann in der Schule ausgestellt werden sollte. Schnell wurden einzelne Unterthemen gefunden und kleine Gruppen gebildet, die diese Unterthemen bearbeiten wollten.

Nach einer kurzen Besprechung mit Herrn Schröder konnten wir uns in die Arbeit stürzen. Drei der Gruppen haben Interviews geführt. Sie haben Zeitzeugen, Angehörige der Opfer des Nationalsozialismus und die Frau des Künstlers Gunter Demnig befragt. Katja Demnig kam sogar im Vorwege zu uns in die Schule und hielt einen sehr interessanten Vortrag über ihre Arbeit. Die anderen Gruppen haben zu den Themen: „Nationalsozialismus in Eutin“, „Erinnern, warum überhaupt?“ und „Stolpersteine“ recherchiert.

Wir wurden von vielen Personen für unsere Arbeit gelobt, unter anderem von den Angehörigen von Jenny und Alice Nathan, als wir sie bei der Stolpersteinlegung interviewt haben. 

Durch unsere intensive Arbeit an dem Projekt haben wir viel gelernt. Vor allem über die Geschichte Eutins. Unserer Meinung nach braucht man zum Erinnern einen Bezug zum Thema. Deshalb sind wir sehr froh, dass wir die Chance hatten, uns mit der Geschichte Eutins zu beschäftigen.